Luc Schaedler
Filmemacher & Produzent
Luc Schaedler (* 1963) studierte Anthropologie, Film- und Sozialgeschichte an der Universität Zürich und promovierte 2005 mit einem Ph.D. in Visueller Anthropologie.
Aus dieser wissenschaftlichen und filmischen Doppelperspektive ergibt sich ein prägender Zugang, der Schaedlers Arbeit bis heute bestimmt: die Visuelle Anthropologie. Sie befasst sich mit der Produktion ethnografischer Bilder und der Analyse visueller Darstellungen – und damit, wie Bilder in Beziehung zu gesellschaftlichen und kulturellen Bereichen stehen.
Für Schaedler ist diese Perspektive ein tiefer Einfluss auf seine Dokumentarfilme: Sie schärft den Blick für Situationen, in denen Menschen sich selbst darstellen, in denen Machtverhältnisse sichtbar werden, und in denen kulturelle Praktiken, Sprache und Alltag nicht erklärt, sondern beobachtet und nachvollziehbar gemacht werden.
Von 2006 bis 2008 leitete er die Abteilung Visuelle Anthropologie am Völkerkundemuseum der Universität Zürich. Neben der Betreuung von Studierenden im Dokumentarfilmschaffen engagiert er sich in Forschungsprojekten im Bereich der Visuellen Anthropologie. Dabei wird die filmische Auseinandersetzung mit dem «Fremden» für ihn nicht zum exotisierenden Blick, sondern zum Nachdenken über die Welt – und zu einem Beitrag zum interkulturellen Dialog.
Stationen – Luc Schaedler
1985 — Beginn der kuratorischen Arbeit am Kino Xenix, Zürich (bis 2002)
1988 — Erste Reisen durch Indien, Tibet und China; Beginn der Auseinandersetzung mit Ostasien
1997 — MADE IN HONG KONG (Regie, Produzent)
2001 — Gründung von go between films
2005 — ANGRY MONK (Regie, Produzent); PhD in Visueller Anthropologie, Universität Zürich
2006–2008 — Leitung der Abteilung Visuelle Anthropologie, Völkerkundemuseum der Universität Zürich
2006–present — Lehrbeauftragter für Ethnologie und Film an den Universitäten Zürich, Bern und Fribourg
2013 — WATERMARKS (Regie, Produzent)
2014–present — Acquisitions für Xenix Filmdistribution, Zürich
2018 — A LONG WAY HOME (Regie, Produzent)
2019–2021 — Begutachter, Duisburger Filmwoche
Portraits und Gespräch
Artikel von Luc Schaedler



